Die Ostkantone im Zeitraffer
Älteste Spuren:
- Feuerstein-Artefakte aus dem Mesolithikum, der Mittelsteinzeit (zwischen 8000 und 4000 v. Chr .); gefunden in Hergenrath.
- Axt- und Speerbeile aus der Jungsteinzeit (zwischen 4000 und 1800 v. Chr.); gefunden beim Igelmonderhof in Manderfeld
- Axtbeil aus der mittleren Bronzezeit (zwischen 1500 und 1000 v. Chr.); gefunden bei Born.
Keltische Besiedlung:
- Orts- und Flußnamen wie Amel, Braunlauf, Warche, Our und Roer deuten auf keltische Ursprünge
Die Römerzeit:
- die Heeresstraße Köln-Reims verläuft durch den Kanton St. Vith, wahrscheinlich über Rocherath, Büllingen, Amel, St. Vith, Thornrnen und Espeler; römische Siedlungsreste fanden sich vor allem um Amel, Neidingen-Breitfeld und Thornrnen; im Eupener Land sind die römischen Spuren eher spärlich.
- Sehenswert: vorgeschichtliche und römische Funde in den Museen von Kelmis, Raeren und St. Vith; Hügelgräber im Süden des St. Vither Landes; Römerwall bei Holzheim.
Die fränkische Landnahme:
- Auf die erste fränkische Siedlungsphase (um 450-600 n. Chr .) deuten, neben Ortsnamen aus vorgermanischer Zeit, solche hin, die auf -Ier, -heim und -ingen enden; auf die Ausbauperiode (um 600-800 n. Chr.), gekennzeichnet durch größere Rodungen, gehen die auf -weiler, -hausen, -dorf, -bach, -berg oder -born endenden Ortsbezeichnungen zurück.
Um 648 n. Chr.:
- der fränkische König Sigebert III. schenkt dem aus Aquitanien stammenden Mönch Remaklus ein Waldgebiet in den Ardennen und schafft die Voraussetzung für die Gründung der Abteien Malmedy und Stavelot.
- Sehenswert: Abteimuseum in Stavelot
Ab dem 8. Jahrhundert:
- Um die fränkischen Königshöfe Amel, Büllingen, Manderfeld, Neundorf, Thommen und Walhorn entstehen Siedlungen, die sich zu wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentren im Bannkreis der Karolingerhauptstadt Aachen weiterentwickeln.
Ende des 9. Jahrhunderts:
- Der Zerfall des Karolingerreichs beginnt und wird durch Einfalle der Normannen (881, 887, 891 Plünderung und Brandschatzung der Abteien Malmedy, Stavelot) und Ungarn beschleunigt.
Ab dem 11. Jahrhundert:
- Entstehung neuer politischer Einheiten; Grafschaft (später Herzogtum) Limburg mit dem Eupener Land, Grafschaft (später Herzogtum Luxemburg) mit dem Eifelraum ; Erzstift Trier; infolge des Bevölkerungsanstiegs allgemein entstehen neue Rodungen und neue Ortschaften.
11.-16. Jahrhundert:
- Errichtung zahlreicher Kirchen und Kapellen
Sehenswert: Kapellen Wiesenbach (St. Vith) und Krewinkel (Büllingen - Manderfeld), Pfarrkirchen Mackenbach, Neundorf, Ouren und Weweler.
1130-1131:
- Ersterwähnung der Ortschaft St. Vith
1137:
- Die Zugehörigkeit des Abteibezirks Stavelot - Malmedy zum Deutschen Reich wird bekräftigt; die Ausbildung zum Reichsfürstentum beginnt; die Ortschaft Malmedy entwickelt sich zur Selbstverwalteten eigenständigen Siedlung.
- Ab dem 12. Jahrhundert:
- Bau von Burgen, z.B. in Bütgenbach, Reinhardstein, Reuland
- Sehenswert: Burg Reinhardstein, Burgruine Reuland mit Ausstellungspavillon
1213:
- Ersterwähnung der Ortschaft Eupen
1288:
- das Herzogtum Limburg mit dem Eupener Land kommt an Brabant, behält aber seine Eigenständigkeit
1344:
- Ersterwähnung des Galmeibergbaus um Kelmis
- Sehenswert: Göhltalmuseum in Kelmis / Neu-Moresnet
Um 1350:
- der „Markt" St. Vith wird mit Mauern umgeben und erhält Stadtrechte
- Sehenswert: Büchelturm
Um 1355:
- Auch für die "Freiheit" Malmedy setzt sich die Bezeichnung „Stadt" durch
Mitte des 14. Jahrhunderts:
- die große Pest führt zum Verfall etlicher Siedlungen
1430-1441:
- die Herzogtümer Limburg und Luxemburg fallen an den Herzog von Burgund; 1477 kommen sie an die Habsburger
15. Jahrhundert:
- Erwähnung von Erzabbau und -verhüttung in Eupen und Schönberg; Erwähnung von Tuchmachern in Malmedy
1461:
- Ersterwähnung von "Kruichenbackern" (Töpfern) in Raeren
- Sehenswert: Töpfereimuseum in Raeren
16. Jahrhundert:
- Die protestantische Reformation fasst in Eupen Fuß; Bildung einer Gemeinde
Begründung der Gerberei in Malmedy
1555:
- Die Herzogtümer Limburg mit dem Eupener Land und Luxemburg mit dem Eifeler Raum kommen an Spanien; im Laufe der Religionskriege erfahren sie schwere Verwüstungen
17. Jahrhundert:
- Beginn der Tuchmanufaktur in Eupen; 1674 erhält der Ort ein eigenes Siegel
- Niederlassung von neuen Ordensgemeinschaften in Eupen, Malmedy und St. Vith
- Sehenswert: ehemalige Kapuzinerkirchen in Eupen und Malmedy
1689:
- Fast völlige Zerstörung von Malmedy und St. Vith durch französische Truppen; der Wiederaufbau kommt nur langsam in Gang.
- Sehenswert: Abteigebäude in Malmedy (erst nach 1718 vollendet)
1713:
- Die Herzogtümer Limburg und Luxemburg kommen an die österreichischen Habsburger; eine politische Beruhigung tritt ein; die Wirtschaft erholt sich (Blütezeit der Eupener Tuchmanufaktur, Begründung der Papierherstellung in Malmedy durch die dortige Abtei, Gründung einer Gerberei in St. Vith), eine rege Bautätigkeit setzt ein.
- Sehenswert: Stadtmuseum Eupen, Bürgerhäuser in Eupen und Malmedy, Schlösser Wallerode und Bracht, Dreikantenstein auf Botrange (Grenzpunkt zwischen Limburg, Luxemburg und Stavelot-Malmedy)
18. Jahrhundert:
- Blütezeit des Barock und, später, des Rokoko
- Sehenswert: Pfarrkirche St. Nikolaus in Eupen, Kapelle in Nispert /Eupen, Pfarrkirchen Raeren, Lontzen und Reuland, Kathedrale in Malmedy (frühere Abteikirche), Fußfälle in Manderfeld
1794:
- Die Herzogtümer Limburg und Luxemburg und die Fürstabtei Stavelot-Malmedy werden von französischen Truppen besetzt und am 1. Oktober 1795 mit Frankreich vereinigt; Errichtung der Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith; Malmedy wird Hauptstadt eines Arrondissements des Ourthe- Departements
1796:
- Aufhebung der Abteien und Klöster (darunter Stavelot-Malmedy); ihre Besitzungen werden nach und nach verkauft
1798:
- Erfolgloser Aufstand eines Teils der Eifel gegen die Franzosen
1800:
- nach der Machtergreifung Napoleons wird Malmedy Sitz einer Unterpräfektur; Napoleons Feldzüge bescheren der Tuchmanufaktur in Eupen und Malmedy sowie den Gerbereien große Aufträge.
- Sehenswert: Denkmal für die in den Feldzügen Napoleons Gefallenen in Elsenborn
1814-1815:
- Die Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith kommen an das Königreich Preußen; Moresnet mit den Galmeigruben bei Kelmis wird zum neutralen Gebiet erklärt, das von Preußen und den Niederlanden (ab 1831 Belgien) gemeinsam verwaltet wird; Errichtung von drei Kreisen: Eupen, Malmedy und St. Vith.
- Sehenswert: Göhltalmuseum in Kelmis, preußische Grenzsteine zwischen Kelmis und Ouren
1820-1821:
- Auflösung des Kreises St. Vith, dessen Bürgermeistereien dem Kreis Malmedy zugeteilt werden
- Sehenswert: Landratsamt Malmedy, Sitz der Kreisverwaltung (heute Finanzverwaltung)
19. Jahrhundert:
- Aufforstung weiter Teile der Eifel; Bau fester Überlandstraßen und zahlreicher Eisenbahnlinien; nach schwierigen Anfangsjahren hebt und stabilisiert sich die Wirtschaft wieder
- Sehenswert: Bahnhof Raeren, Bahnbrücke in Born
1830:
- Bau der Kapelle Fischbach auf dem Hohen Venn
Um 1850:
- In der kirchlichen Architektur, Beginn der Neugotik
- Sehenswert: Pfarrkirche St. Joseph in Eupen
1861:
- Bau der Herberge Mont-Rigi
1871:
- Das Königreich Preußen einschließlich der Kreise Eupen und Malmedy geht im geeinten Deutschen Reich auf.
1886:
- Eröffnung eines Schieferstollens in Recht
Ende 19. Jahrhundert:
- Aufkommen des sogenannten Wilhelminischen Baustils in der zivilen Architektur
- Sehenswert: Bürgerhäuser in Eupen (Neustraße) und Malmedy (z.B. Rathaus)
1919-1920:
- Infolge des Versailler Vertrags kommen die preußischen Kreise Eupen und Malmedy sowie Neutral - Moresnet an das Königreich Belgien.
1920-1925:
- Übergangsregime des Generals Baltia; Errichtung der Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith, 1921 wird ein Bistum Eupen-Malmedy mit Sitz in Malmedy errichtet
- Sehenswert: "Butte Baltia" auf Botrange, Bischofsstuhl in der Kathedrale in Malmedy, Amtssitz Baltias in Malmedy (heute Bezirkskommissariat).
1925:
- Die Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith werden dem belgischen Staatsgefüge einverleibt; das Bistum Eupen-Malmedy wird aufgehoben, seine Pfarren kommen an das Bistum Lüttich.
ab 1926:
- Bau von Talsperren in Bütgenbach, Robertville und Eupen.
- Sehenswert: die drei Talsperren
1934:
- Bau des Turms auf Botrange.
1940:
- die Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith werden durch das Deutsche Reich annektiert.
1944:
- Im Verlauf der Ardennenoffensive wird St. Vith fast völlig und Malmedy zu 314 zerstört; bei Malmedy geraten amerikanische Soldaten in einen deutschen Hinterhalt und werden umgebracht.
- Sehenswert: Denkmal in Baugnez
1945:
- Belgien übernimmt wieder die Verwaltung der drei Kantone Eupen, Malmedy und St. Vith.
1947:
- Beginn der wissenschaftlichen Erforschung des Hohen Venn durch die Universität Lüttich.
1957:
- Schaffung des Naturreservats Hohes Venn.
1963:
- Die belgische Sprachengesetzgebung schafft ein deutsches Sprachgebiet; Malmedy und sein Umland werden dem französischen Sprachgebiet zugeteilt.
1970-1973:
- Schaffung der Kulturgemeinschaften; Malmedy und sein Umland werden der französischen Kulturgemeinschaft zugeordnet; die Gemeinden des Eupener Landes und der Eifel bilden die deutsche Kulturgemeinschaft.
1971:
- Schaffung des Naturparks Hohes Venn-Eifel.
- Sehenswert: Naturparkzentrum Botrange
1983-1984:
- Die deutsche Kulturgemeinschaft wird zur deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens; sie umfasst die Städte und Gemeinden Eupen, St. Vith, Amel, Büllingen, Bütgenbach, Burg-Reuland, Eynatten, Lontzen und Raeren;
- die Stadt Malmedy und Weismes gehören zur französischen Gemeinschaft Belgiens.
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