Der heilige Martin wird mit tausend Lichtern geehrt

© RSI Malmedy

Gut 30 Umzüge finden jährlich im Monat November statt.

Die St. Martinszüge sind eine lebendige Tradition in Ostbelgien. Mit bunten Laternen, leuchtenden Fackeln, Musikklängen und glänzenden Kinderaugen wird der heilige Martin von Tours am 11. November, mancherorts auch kurz davor oder danach, geehrt.

Vor allem die Kinder haben ihre besondere Freude an diesem Fest. Sie basteln bunte Laternen um am Tag des großen Umzugs dem Heiligen alle Ehre erweisen zu können. Mancherorts spielen die Kinder die Geschichte des hl. Martin in einem Rollenspiel nach. Zum Abschluss wird das Martinsfeuer abgebrannt und die Kinder erhalten einen Weckemann, eine Brezel oder Süßigkeiten.


In Eupen verwandeln 5.000 Fackeln die Stadt in ein Lichtermeer und vor einer großen Kulisse auf dem Werthplatz, die das Stadttor von Amiens darstellt, teilt der Heilige seinen Mantel mit dem Bettler. Diese Szene findet in Raeren vor der Burg statt. In Kelmis wird auf dem Galmeiplatz ein buntes Feuerwerk gezündet. In Malmedy gibt es gleich 3 Martinsfeuer, die um den Titel des größten, schönsten und höchsten Feuers wetteifern. Der Karnevalsprinz schlüpft in St. Vith in die Rolle des hl. Martin und das Gänsekönigspaar sowie der Reiterverein führen den Umzug in einer Kutsche an. In Burg-Reuland bildet die Burgruine den geeigneten Rahmen für das Martinsfeuer.

St. Martinslied

Deutsch

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
ritt durch Schnee und Wind
sein Ross das trug ihn fort geschwind,
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Im Schnee saß, im Schnee saß,
im Schnee, da saß ein alter Mann,
hat Kleider nicht, hat Lumpen an.
"O helft mir doch in meiner Not,
Sonst ist der bittre Frost mein Tod!"

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
zieht die Zügel an,
sein Ross steht still beim armen Mann,
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
gibt den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will,
Sankt Martin aber ritt’ in Eile hinweg,
mit seinem Mantelteil.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
legt sich müd’ zur Ruh,
da tritt im Traum der Herr hinzu.
Er trägt des Mantels Stück als Kleid,
sein Antlitz strahlet Lieblichkeit.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
sieht ihn staunend an.
Der Herr zeigt im den Wege dann;
er führt in seine Kirch’ ihn ein,
Sankt-Martin will sein Jünger sein.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
wurde Priester gar,
und dienet fromm an dem Altar.
Zuletzt trug er den Bischofsstab,
der ziert ihn wohl bis an das Grab.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
macht ein Feuer groß
aus schlechten Büchern hohem Stoß.
Und hütet treu die Herde sein,
das lohnt der Herr mit Heiligschein.

Wallonisch

L’EVEUYE DU SINT-MARTIN Paroles de Paul Villers (1845-1890)

C’è-st-û lu veûye du Sint-Mârtin,
Nos-avans fini scole à timps !
Efilans don lès vîhès banses
Et lès tchènas sins anse !

Refrain :
Tra la la la la la la la la la la la !
Tra la la la la la la la la la !
La la la la la la la la la la la la !
La la la la la la la la la la la la la la la la la la !

Tchèrdjans djambes du strin èt fahês,
Nu roûviyans nin lès vîs tonês !
Qu’i ploûhe, qu’i nîve, qu’i tone, qu’i djale,
Nos tap’rans tot à spale - Refrain

Prindans avou cinq’ sîh ramons,
Dès blancs d’ so l’ fa : is sont si bons !
S’ on l’s-a méme hapés so lès hores,
Lès mêsses ènn’ ont bin d’ core - Refrain

Montans è-n-amont do croupèt,
Nos-èsprindrans qwand i f’rè spès.
Et noste èveûye sèrè l’ pus bèle,
Lès djins spâgn’ront l’ tchandèle - Refrain

Von’là l’ feû qui s’ èlîve o l’ êr ;
Loukoz donk on pô ciste afêre !
C’èst todi nosse bâne lu pus fwate,
C’èst co lèy qui l’ èpwate ! Refrain

Tot l’ monde crit : «  C’è-st-one saqwè d’ bê! »
Ossu nos brèyans come dès vês
Et nos zoûlans âtoû dès flames
Avou l ‘ ramon qui blame - Refrain

Po rud’hinde, broûlans nosse dièrin.
Tchantans, criyans : « C’èst l’ Sint-Mârtin ! »
Corans è-n-à-l’-valée do l’ vôye,
Tot nos sèwant à l’ rôye - Refrain

Lu police dîrè : « Sins minti,
Cès-èfants, ‘l èstît bin djintis,
Ca, tot r’moussant è nos vinâves,
On n’ supîye nou trô d’ câves. » Refrain

Nos-avans fêt û l’ Sint-Mârtin,
Çu sèrè djusqu’à l’ an qui vint,
Et qwand n’ moûr’rans, i s’ troûv’rè d’s-ôtes
Qui sûront nosse vîhe môde – Refrain