Hecken – und Wiesenlandschaft

Seit grauer Vorzeit bis heute wird die Landschaft in unserer Gegend durch verschiedene Naturgewalten geprägt,
z.B. die Bewegungen der Erdkruste, den Wind oder das Wasser. Ein Beispiel: Durch Auffaltungen der Erdkruste entstand der Gebirgsrücken der Ardennen. Durch anschließende Erosion entstand die heutige Hochebene des Venns. Ablagerungen von Sedimenten aus dem Meer zeugen außerdem davon, dass das Meer vor 80 Millionen Jahren durch unsere Gärten floss. Wasser spielt übrigens eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Landschaft. Unsere Gegend befindet sich ganz in der Höhe von Einzugsgebieten. Deshalb findet man hier zahlreiche Quellen und kleine Bachläufe, die später zu größeren Flüssen zusammenfließen. Die Belgische Eifel situiert sich auf zwei Flussbecken: Die Quellen im Westen münden in die Maas, die im Osten in den Rhein. Die Grenze zwischen den
beiden Becken wird als Wasserscheide bezeichnet. Aber unsere heutige Landschaft ähnelt nicht im Geringsten
dem, was unsere Vorfahren kannten: Sie wurde verändert und vereinheitlicht. Nach den Naturgewalten sind es also die Menschen, die – seit der Römerzeit – die Landschaft gestalten und ihr das Aussehen geben, das wir heute kennen: ein Mosaik an natürlichen Lebensräumen, die mehr oder weniger durch den Menschen verändert wurden. Um die Natur zu verstehen und sie zu schützen, ist es also unerlässlich, ihre Vergangenheit zu kennen - die Zeitleiste fasst die bedeutendsten Ereignisse zusammen.

Hecken entwickelten sich erst im 19. Jahrhundert, parallel zum Fortschreiten der Weideflächen und der Milchwirtschaft (Abgrenzung der Parzellen). Diese Entwicklung war sehr progressiv und hat die Eifelgemeinden
nur teilweise erreicht – dort spielte die Kulturlandschaft weiterhin eine große Rolle. Die Hecken sind also Zeugen einer speziellen Nutzung des ländlichen Raumes. Hecken schützen die Tiere vor Wind, vor Sonne und manchmal auch vor Regen. Sie beherbergen zahlreiche Vögel. Auch integrieren sie sich besser in die Landschaft als der Stacheldraht. Seit der Einführung des Stacheldrahtes und der modernen Landwirtschaft haben die Hecken Tendenz zu verschwinden. Mit ihnen verschwinden ebenfalls Zeugen unserer Vergangenheit und biologisch wertvolle Lebensräume. Es gibt verschiedene Arten von Hecken: Schutzhecken vor Häusern, die meistens aus einer Reihe Buchen oder Hainbuchen bestehen; tiefe Hecken, in denen allerdings hochstämmige Bäume stehen bleiben; und tiefe Hecken, die jährlich geschoren werden. Weil vielerorts die Hecken zu verschwinden drohen, hat die Wallonische Region eine Prämie ausgesetzt, die den Unterhalt der Hecken durch die Landwirte finanziell fördert. Dank dieser Beihilfe werden in der belgischen Eifel 856 km Hecken geschützt.