Wilde Tierwelt

Das Wild in Ostbelgien setzt sich vorwiegend aus Hirschen, Rehen und Wildschweinen zusammen, deren Jagd strikt durch die Gesetzgebung und die Hochwildringe organisiert ist. Wer jemals Gelegenheit hatte, die Hirschbrunft in der belgischen Eifel oder den Ardennen mitzuerleben, der wird die Begeisterung rund um dieses Naturspektakel teilen.


Jagdsaison in Ostbelgien

Die Jagd kann in Ostbelgien auf einer ausgedehnten bewaldeten Fläche von ca. 45.000 ha ausgeübt werden. Das Recht dort zu jagen, erhält man durch die Pacht eines Jagdreviers von min. 50 ha bei den Waldeigentümern (die wallonische Region, die Gemeinden oder die Privatbesitzer). Die Laufzeit dieser Pacht beträgt 6, 9 oder 12 Jahre. Jeder Jäger muss selbstverständlich über einen Jagdschein verfügen, den er nach entsprechender Prüfung erhält.  

Das Wild in Ostbelgien setzt sich vorwiegend aus Hirschen, Rehen und Wildschweinen zusammen, deren Jagd strikt durch die Gesetzgebung und die Hochwildringe organisiert ist. Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung wird die Jagd nicht ausschließlich zum Vergnügen der Jäger organisiert, sondern vor allem zwecks Regulierung der Anzahl Tiere im Wald damit die wirtschaftliche Nutzung des Waldes gewährleisten ist. Eine zu hohe Anzahl an Wild kann erhebliche Schäden an der Verjüngung der Laubbäume und an den Bäumen mit wirtschaftlichem Wert anrichten. Aus diesem Grund sind bereits vor vielen Jahren Abschusspläne eingeführt worden, die die Abschussquoten während der Jagdzeit genau festlegen. Diese Abschlusspläne resultieren aus der Zählung des Wildbestandes, die durch die Forstverwaltung im Frühjahr durchgeführt wird. 

Schutz der Natur

In Ostbelgien dürfen ca. 500 Personen jagen, sei es weil sie Pächter einer Jagd sind oder eine Einladung von diesen zur Jagd erhalten haben. Die Jäger gehören einem Hochwildring an, deren grundlegendes Ziel es ist, die Jagd zu organisieren, indem sie die Lebensweise des Wildes und den Schutz der Natur respektieren und dies in direkter Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung. 

Das Wildfleisch ist bei Gourmets als gastronomische Delikatesse äußerst beliebt. Der Verkauf des erlegten Wildes ist stark reglementiert um die Herkunftsbestimmung gewährleisten zu können. Der Absatz erfolgt durch spezialisierte, anerkannte Betriebe, die sich für eine Genehmigung beworben haben. 


 

Hirschbrunft 

Im Herbst (ab Mitte September) findet auch die Hochzeit des Königs der Wälder statt. Die Brunftzeit ist die Paarungszeit der Hirsche, die in Mitteleuropa von Mitte September an etwa drei Wochen dauert. Zu Beginn der Brunft können sich noch mehrere Hirsche in der Nähe des Kahlwildrudels aufhalten. Während der Brunftzeit tragen die Hirsche intensive Rangkämpfe um die Gunst der Kühe aus. Dadurch verbleibt später nur noch der stärkste Hirsch, auch Platzhirsch genannt, in der Nähe des Rudels.

Das brunfttypische Röhren ist besonders häufig vom Platzhirsch zu hören. Dabei handelt es sich um eine Serie von drei bis acht Einzelrufen. Oft werden diese Schreie beim Anblick eines Rivalen ausgestoßen und sind je nach Tier oft sehr unterschiedlich in der Stimmhöhe und Stimmfärbung.

Wie kann man die Hirschbrunft beobachten?

Im Herbst ist die Hirschbrunft ein Ereignis, dass die Zuschauer beeindruckt. Es lohnt sich, in der Dämmerung loszuwandern. Mit etwas Glück bekommt man die Hirsche zu sehen. Auf jeden Fall müssen sich die Besucher an die bestehende Waldordnung halten.

Die beste Art für die Beobachtung der Hirschbrunft sind geführte Wanderungen, wie sie beispielsweise von AVES-Ostbelgien angeboten werden. Wie diese Brautschau vonstattengeht und was es sonst noch Wissenswertes rund um die Hirschbrunft gibt, erfahren Sie durch die Wanderführer Naturschutzorganisation. Mit etwas Glück werden Sie den imposanten Tieren bei der Brautschau nicht nur zuhören können, sondern sie auch beobachten.

Führungen & Beobachtungen

Führung „Die Hirschbrunft“ von AVES Ostbelgien:

  • Freitag, den 29.09.2017 von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
  • Samstag, den 30.09.2017 von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
  • Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
  • Infos und Anmeldung bei Berthold Thomahsen +32 (0)471 19 31 67.
  • Start: Treffpunkt ist die Kirche in Rocherath. Weiter geht es zur 10 km entfernten Plattform von Dreiborn (D) im Nationalpark Eifel mit Blick auf eine Waldlichtung.
  • Bemerkung: Mitzubringen sind wettergerechte Kleidung und ein Fernglas.
  • Mehr Infos

Rothirsche in ihrer natürlichen Umgebung beobachten

  • Unvergessliches Naturschauspiel auf der Aussichtsempore in Dreiborn (D)
  • Mehr Infos

 


 

Sonstige Naturbeobachtungen

Die Vogelbeeren leuchten überall im schönsten Korallenrot, und tiefschwarze Brombeeren laden noch immer zum Naschen ein. Für manchen Naturfreund liegt auch ein großer Reiz darin, einmal "in die Pilze zu gehen", wenn er es nicht vorzieht, mit den Fachleuten des Naturparkzentrums Botrange oder des Naturzentrums Haus Ternell eine geführte Pilzwanderung zu unternehmen.

Die Naturschutzorganisationen wie AVES-Ostkantone oder BNVS/Natagora laden auch im Oktober zu interessanten Vogelwanderungen ein, wobei jetzt vor allem auch die Zugvögel im Mittelpunkt der Beobachtungen stehen. Auch laden die vielen Schlösser, Burgen, Kirchen, Kapellen und Museen gerade jetzt zu einem Besuch ein, da man sie zur besten Wanderzeit - ohne allzu großen Touristenandrang - genussvoll "erwandern" und mit Muße besichtigen kann.

So bietet die Herbstzeit gerade für den Naturliebhaber und Individualisten die ganze Palette seiner herb schönen Naturreize, die es mit wachem Herzen und Auge nur zu entdecken gilt.


 

Pilzwanderungen 

 


 

Hinweise für Wanderer und Mountainbiker

Die Jagd kann als Ansitz- oder Treibjagd betrieben werden. Die Treibjagden erstrecken sich  während eines ganzen Tages auf ein ausgedehntes Gebiet, dessen Zugang aus diesem Anlass für Wanderer untersagt und durch eine spezielle Beschilderung markiert ist. Es ist äußerst wichtig diese Beschilderung zu befolgen, da der Aufenthalt an diesen Tagen im Wald sehr gefährlich sein kann. Die Treibjagden sind in Ostbelgien jedoch nicht sehr zahlreich und werden im Voraus angekündigt. Die Treibjagd ist begrenzt damit sie die touristische Nutzung des Waldes nicht allzu sehr  beeinträchtigt.

Die Vorgehensweise ist sehr einfach. Die Haupt-Jagdzeit erstreckt sich vom 21. September bis 31. Dezember (mit einigen zusätzlichen, kurzen Zeitabschnitten im Frühjahr und Sommer und wissend, dass das Wildschwein das ganze Jahr über gejagt werden darf). Während dieser Zeit sind die Jäger zur Sicherheit der Gäste dazu verpflichtet, bei Treibjagden auf Reh- und Rotwild Verbotsschilder an den Waldeingängen anzubringen und die Daten spätestens eine Woche vor Beginn der Jagd, dem verantwortlichen Forstamt mitzuteilen. Treibjagden auf Wildschweine müssen aber manchmal am Tag selbst geplant werden, sind aber auch entsprechend beschildert.

Zur eigenen Sicherheit ist es absolut erforderlich, dass die Wanderer diese Sperrschilder berücksichtigen und im Falle von Treibjagd auf andere Waldgebiete ausweichen. Auch sollten nie die Waldwege und offiziell ausgeschilderten Wanderwege und -pfade verlassen werden.

Generell kann festgehalten werden, dass an Sonn- und Feiertagen wenige Treibjagden stattfinden. Da die Ansitzjagd in Ostbelgien die verbreiteteste Jagdart ist, werden die hiesigen Wälder an wenigen Tagen gesperrt. Die Ansitzjagd findet in der Regel abseits der Wanderwege statt.


Jagdtermine in Ostbelgien

Wir haben die uns gemeldeten Termine aus den Forstämtern für Sie zusammengefasst. 


 

Kontaktadressen

Forstämter in Ostbelgien:
Direktion Malmedy Tel.: 080/ 79.90.40 oder 41-42-44-45 
Forstamt Büllingen  Tel.: 080/ 29 25 30
Forstamt Elsenborn   Tel.: 080/ 41 01 71
Forstamt Malmedy Tel.: 080/ 79 90 40 Notdienst (Wochenende) - GSM: 0477/823.001
Forstamt St. Vith  Tel.: 080 / 280851
Forstamt Eupen   Tel.: 087/ 859020


 

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